Rymanów-Zdrój und die Steilwand
Rymanów-Zdrój in den Niederen Beskiden: hölzerne Kurvillen aus der Zeit Galiziens, das Tal des Tabor und die Steilwand des Wisłok.
Die Woiwodschaft Karpatenvorland (Podkarpackie) ist Polens äußerster Südosten. Bis zum Dreiländereck mit der Ukraine und der Slowakei sind es von hier keine 50 Kilometer, und das merkt man. Es ist ein Grenzland und ein Brennglas europäischer Geschichte: Bis 1918 gehörte die Gegend als Galizien zu Österreich-Ungarn, Polen, Juden und Lemken lebten nebeneinander.
Nach 1945 wurden die Lemken vertrieben – ein Teil in die Sowjetunion, die übrigen im Rahmen der Aktion Weichsel in andere Landesteile Polens. Von ihren Dörfern sind heute oft nur noch Grundmauern, Obstbäume und einzelne Holzkirchen geblieben. Wer hier wandert, geht über verschwundene Orte hinweg.
Wir waren im Juli 2026 in Puławy: eine Hütte am Waldrand, drei Kilometer Schotterpiste den Hang hinauf, weiter Blick über die Hügel. Und der beiläufige Hinweis der Vermieterin, im Wald ordentlich laut zu sein, damit die Bären genügend Zeit haben, aus dem Weg zu gehen.
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